Immersion in deutscher Sprache

Koordinator/innen

Verantwortlicher Gesamtkoordinator für alle Abteilungen: Tim Oliver Sander

Fachleitung Deutsch Sekundarstufe: Gabriela Parry; Florian Lentner

Fachleitung Deutsch Grundschule: Kyra Henke

Immersion in deutscher Sprache

Was bedeutet Immersion?

Immersion bedeutet “Eintauchen” oder “Sprachenbad”.

Die Kinder lernen also eine Sprache nicht auf herkömmliche Weise, sondern erleben sie im schulischen Alltag. Die Fremdsprache wird für sie zur Arbeits- und Umgebungssprache und wird immer mit Handlungen, Themen und Inhalten verknüpft, die für sie bedeutungsvoll und interessant sind.

Mit Immersion erschließen sich Kinder eine Fremdsprache Stück für Stück aus dem Zusammenhang, wobei jedes Kind sein eigenes Tempo hat.

 

Welchen Immersions-Ansatz verfolgen wir?

Das Deutschkonzept an der Goethe-Schule besteht aus zwei aufeinander aufbauenden, immersiv ausgerichteten Programmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Kindergarten (“Goethe-Immersion”)  und Primaria (CLILiG-Konzept EP 1-3 und Teil-Immersion ab EP4 2021) sowie, sich daran anschließend,  der späten Teil-Immersion mit einem hohen Anteil an sprachsensiblen Fachunterricht in der Secundaria. 

Teil-Immersion bedeutet, dass nicht der gesamte Unterricht in der Zielsprache Deutsch unterrichtet wird, aber ein sehr hoher Anteil, etwas 50% bis 80%. 

Die „Goethe-Immersion“ im Kindergarten ist eine Mischung aus Teilimmersion und Deutsch als Zweitsprache-Didaktik mit Schwerpunkt auf Grammatik und Inhalt/Kommunikation.

Die Abkürzung “CLILiG” steht für Content and language integrated learning in German, also inhalts- und sprachintegriertes Lernen auf Deutsch

Zudem unterrichten wir ab der Zweijährigengruppe des Kindergartens in sprachheterogenen Gruppen, d.h., nicht mehr getrennt nach Muttersprachlern und Fremdsprachlern. Damit tragen wir nicht nur der wachsenden Realität von immer weniger deutschen Muttersprachlern Rechnung, sondern wollen auch ein größtmögliches Maß an Einheitlichkeit beim Spracherwerb erreichen. Bis Ende der dritten Klasse der Grundschule wird im Team-Teaching-Verfahren unterrichtet, um die Kinder intensiver und individueller betreuen zu können. Danach wenden unserer Lehrkräfte unterschiedliche Modelle der äußeren und inneren Differenzierung im Sinne der flexiblen Pädagogiken an. 

Beraten werden wir von Dr. Anja Steinlen von der Universität Erlangen-Nürnberg, einer der führenden Immersions-Expertinnen im deutschsprachigen Raum. 

 

Warum machen wir Immersion an der Goethe-Schule?

Die Goethe-Schule hat sich mit dem Projekt “DIA 2029” das Ziel gesetzt, dass ein möglichst hoher Prozentsatz ihrer Schülerschaft erfolgreich das Deutsche Internationale Abitur (DIA) ablegt. Durch das abteilungsübergreifende, auf Immersion basierende Deutschkonzept wollen wir die sprachlichen Voraussetzungen für den Erwerb des DIA schaffen, denn frühe Immersion gilt heutzutage als das weltweit erfolgreichste und am gründlichsten erforschte Sprachlehr- und -lernverfahren. 

 

Was muss ich sonst noch wissen?

  • Wie beim muttersprachlichen Spracherwerb prägen die Kinder zunächst die passiven Kompetenzen aus, also vor allem das Zuhören und Nachvollziehen von Handlungen. Es ist vollkommen normal, dass sie die neue Sprache am Anfang noch eher wenig sprechen, wobei sich das von Kind zu Kind auch unterscheiden kann. 
  • Fehler gehören – wie in der Muttersprache – ebenfalls zum Spracherwerbsprozess hinzu; Kinder entwickeln sogar sogenannten Interimssprachen, d.h., sie mischen die Fremd- mit der Muttersprache oder verwenden eine zeitlang lexikalisch und grammatisch nicht ganz korrekte Ausdrücke und Satzmuster.
  • Entscheidend ist der möglichst gleichbleibende, qualitativ hohe sprachliche Input über einen möglichst langen Zeitraum: vom Anfang des Kindergartens bis weit in die Grundschulzeit hinein. 
  • Als Eltern müssen Sie die Zielsprache Deutsch nicht beherrschen, aber Sie sollten eine positive Einstellung zum bilingualen Spracherwerb ihres Kindes zeigen und die häusliche Kommunikation stets aktiv anregen.
  • Sorgen Sie für ein kommunikatives Umfeld – je mehr sie mit Ihrem Kind auch in seiner Muttersprache sprechen, ihm vorlesen und Erlebtes reflektieren, umso mehr regen Sie das Gehirn zur Sprachentwicklung an.
  • Die deutschsprachige Lieder, Videos und Podcasts mit Geschichten, die die Schule anbietet, können nicht nur in der Unterrichtszeit, sondern auch beim freien Spiel gehört werden. Sie werden auch unterbewusst wahrgenommen! 
  • Regen Sie Ihr Kind zum Mitsingen und Nachsprechen an – und gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Keine Angst vor Fehlern! Ihr Kind wird Sie schon verbessern!

Tim O. Sander

Generalkoordinator für Deutsch

«Flexigruppen»

Das Konzept in den sprachheterogenen Gruppen setzt auch nach dem ersten Zyklus auf sinnvolle Differenzierungsmaßnahmen und eine individualisiertere Betreuung, um den unterschiedlichen Sprachniveaus gerecht werden zu können. Die Lehrkräfte arbeiten ab der EP 4 in diesem Zusammenhang mit einem Modell der flexiblen Pädagogiken:

Von den acht vorgesehenen Deutschstunden (sieben in den Klassen 5 und 6) pro Woche werden sieben bzw. sechs Stunden im sprachheterogenen Klassenverband unterrichtet, den sogenannten Stammgruppen

Innerhalb dieser Stammgruppen wird an den gemeinsame Minimallernzielen für die jeweilige Jahrgangsstufe mit dem Basislehrwerk gearbeitet.

In der verbleibenden Wochenstunden wird in sogenannten “Flexigruppen” gearbeitet, die auf dem Modell der flexiblen Gruppierungen basiert, und nach dem die Stammgruppe in sieben kleinere Lerngruppen differenziert wird. 

Flexible Gruppierungen stellen für uns eine organisatorische und curriculare Strategie dar, mit der versucht wird, den Deutschunterricht an die unterschiedlichen Lernrhythmen, Bedürfnisse, Interessen und individuellen Merkmale der Schülerinnen und Schüler anzupassen. Dabei soll einerseits der mangelhafte Erwerb von Kenntnissen im Zusammenhang mit grundlegenden Zielen des Faches sowie ein sehr frühes Schulversagen und andererseits die Bremse vermieden werden, die das Arbeiten in einer starren Struktur für die sprachlich begabteren Schülerinnen und Schüler darstellt. 

Für die Einteilung in die Flexigruppen spielt die sprachliche Herkunft ausdrücklich keine Rolle, vielmehr soll nach sprachlichen Kompetenzen differenziert gearbeitet werden.

DSD

Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) ist eine schulische Sprachprüfung für Deutsch als Fremdsprache, das nach mehrjährigem Schulunterricht auf folgenden Niveaustufen erworben werden kann:

  • DSD 1: Entspricht dem Niveau B1 (Fortgeschrittene Sprachverwendung) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.
  • DSD 2: Entspricht den Niveaustufen B2 (Selbstständige Sprachverwendung) oder C1 (Fachkundige Sprachkenntnis) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Das DSD 1 gilt als Nachweis der notwendigen deutschen Sprachkenntnisse für den Zugang zu einem Studienkolleg in Deutschland.

Das DSD 2 gilt als Nachweis der für ein Hochschulstudium in der Bundesrepublik Deutschland erforderlichen Deutschkenntnisse.

Weitere Informationen zum Deutschen Sprachdiplom finden Sie hier.

Abitur (DIA)

Das Abitur ist der höchste Schulabschluss in Deutschland. Es bescheinigt die allgemeine Hochschulreife und damit die Studierfähigkeit.
An Deutschen Schulen im Ausland führt der Unterricht im Abiturzweig nach der 10. Klasse zum Deutschen Internationalen Abitur (DIA). Sowohl für den Unterricht, als auch die Durchführung der Prüfungen gelten die Vorgaben der Kultusministerkonferenz, dem Gremium, das in Deutschland die Bildungsstandards festlegt.

Unser Ziel ist es, die sprachlichen Voraussetzungen zu schaffen, die es möglichst vielen Schülerinnen und Schülern ermöglichen, erfolgreich am DIA-Zweig teilzunehmen.

Weitere Informationen zum DIA hier.